24.04.2006
Zum Fliegen geschaffen
Es ist halb zwei in der Nacht und ich sollte eigentlich längst schlafen (Morgen ist Uni und so ein Montag ist bekanntlich oft der anstrengendste Tag in Woche) – statt dessen sitze ich lächelnd vorm PC und tippe... Lächelnd, obwohl ich vor 5 Minuten noch geheult habe... Tränen können ja so gut tun :-D Vorhin hab ich einen Film gesehen in dem es ganz viel um Gott, das Evangelium und Gospel gegangen ist und am Ende hatte ich richtig Lust zu beten. Intensiv mit Gott reden, das hab ich schon lang nicht mehr getan. Ich lag da also in meinem Bett und schüttete Gott mein Herz aus. Ich betete für Stefan, meinen Freund, und bat Gott um Verzeihung – irgendwie rückt das ganze Christ-sein immer in den Hintergrund, wenn ich bei Stefan bin :-( Keine Ahnung, ob ich einfach „Angst“ hab, das da auszuleben – schließlich weiß mein Freund ja, das ich Christ bin. Oder vielleicht beschäftige ich mich dann auch einfach mehr mit anderen Dingen und vergesse Gott dabei nach und nach. Ich bin jetzt fast drei Jahre gläubig und es gab immer wieder so Phasen wo ich denke, da hab ich Gott aber ganz schön im Stich gelassen und von mir weggestoßen. Dann mach ich mir Vorwürfe deshalb und genau das hindert mich dann beim Beten – das ist so eine Endlos-Spirale, ganz nach dem Motto „Das passiert dir doch immer wieder, du bittest um Verzeihung und einige Zeit später wendest du dich wieder von ihm ab. Was glaubst du wie lang Jesus das noch mitmacht? Meinst du nicht das es ihn auch irgendwann mal nervt und das er dann genug von dir hat?“ Und leider hör ich oft auf diese kleine Stimme, die mir diesen Mist einredet. Aber heute war es anders, dieser Gedanke kam heute gar nicht erst auf, im Gegenteil – es tat richtig gut, mit Gott zu reden und mich im wahrsten Sinne des Wortes bei ihm auszuheulen. Zum Abschluss wollte ich noch was lesen, und ich holte mir das Buch „E-mail von Gott für Frauen“ aus dem Regal. Das hab ich vor 2 Jahren oder so mal gekauft und schon ewig nicht mehr reingeguckt. In diesem Buch gibt es einen kleinen Bibelvers und dazu passend eine „E-mail von Gott“, einen Text, der ein wenig zum Nachdenken anregen soll. Ich schlug das Buch irgendwo in der Mitte auf und sah diesen Vers:
„Deshalb bin ich auch ganz sicher, das Gott sein Werk, das er bei euch durch den Glauben begonnen hat, zu Ende führen wird, bis zu dem Tag, an dem Gott wiederkommt.“ (Philipper 1,6)
In dem Text, der dabei stand, war folgendes geschrieben:
„Jedermann weiß, das sich Raupen am Ende in Schmetterlinge verwandeln. Aber zunächst sind sie definitiv Raupen. Sie können nicht fliegen. Sie bewegen sich sehr langsam. [...] Wenn du deinen geistlichen Weg mit mir beginnst, dann gebe ich dir das Versprechen, dass du geistlich reif wirst, Heilung und Ganzheit erfährst. Aber so weit bist du noch nicht. Geistlich gesehen bist du noch immer eine Raupe. Also hör auf, dich selbst dafür zu bestrafen, das du noch nicht vollkommen bist, und bleibe auf dem Weg zu der Verheißung. Ich habe dich zum Fliegen erschaffen, aber das ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und eine Menge Gnade erfordert. [...]“
Mir wurde klar, das ich nicht SCHON seit drei Jahren Christ bin, sondern ERST. Ich muss Geduld haben und darauf vertrauen, das Gott mich liebt und das er eine Menge Gnade für mich über hat. Und ich bin ihm sehr dankbar dafür, das Gott soviel Geduld mit mir hat und mich an jedem neuen Tag wieder neu als sein Kind annimmt. Nach jedem Fall wieder aufstehen und weitergehen ist nicht ganz einfach, aber ich bin mir sicher, eines Tages werde ich fliegen!
14:35 Veröffentlicht in Unterwegs mit Gott | Permalink | Kommentarstatus (1) | Per Email verschicken




Kommentarstatus
Ich finds einfach toll, dass Gott solche Momente immer wieder möglich macht und auf seine ganz besondere Weise uns mit seiner Gegenwart "überrumpelt."
Solche Erlebnisse waren für mich im letzten Jahr immer was ganz besonderes (und werden es sicher auch in Zukunft noch sein.)
Danke Melly für so ein ermutigendes Zeugnis!
Veröffentlicht von: Mörßl | 24.04.2006
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