26.04.2006

Handy und andere Abhängigkeiten

Ich besitze ein T-Shirt auf dem steht "Coffee and Jesus - all that I need" (Kaffee und Jesus ist alles was ich brauche). Eigentlich eine ganz witzige Idee und wenn da Cappuchino statt Kaffee stehen würde dann wär es echt wie für mich gemacht. Aber Sonntag morgen hab ich gemerkt, das ich diese Liste noch beliebig erweitern könnte. Ich hatte nämlich mein Handy verlegt und konnte es beim besten Willen nicht finden. *PANIK* Mein Handy ist so eine Sache, die ohne weiteres mit auf mein T-Shirt könnte... Mit meinem Handy mach ich alles - es ist mein Wecker, mein Kalender und dank ein paar DsA-Spiele auch Unterhaltung für zwischendurch. Wenn ich wollte, könnte ich es auch als Notizblock und Diktiergerät nutzen (ok, nur für 3 Minuten, aber immerhin) und nicht zuletzt ist es meine Verbindung zur *Außenwelt*, da ich keinen Festnetzanschluss habe. Kurz gesagt, ohne mein Handy bin ich extrem aufgeschmissen. Das hab ich dann Sonntag auch gehörig gemerkt, als ich wie irre durch meine Wohnung gerannt bin und alle Räume abgesucht hab. Küche, Bad, mein Zimmer - sogar auf dem WC hab ich nachgesehen (wie blöd das war, hab ich erst hinterher gemerkt - ich nehm mein Handy nicht mit aufs Klo, irgendwo will ich ja auch meine Ruhe haben *g*) aber nichts...kein Handy, nirgendwo, ich konnte es einfach nicht finden und verfiehl in regelrechte Panik. Ich suchte und jammerte und jammerte und suchte - schließlich konnte Stefan jeden Moment anrufen und Frau will ja erreichbar sein wenn der Liebste auf die Idee kommt sie anzurufen :-D Ich versuchte, mich selbst zu beruhigen und sagte mir, das ich das Ding sicher in der Offen:bar liegen gelassen hab und das ich es mir ja nachher beim Gottesdienst wieder abholen könnte. Ich wartete also ne Weile (es gelang mir doch tatsächlich, mich abzulenken - dem Fernsehen sei Dank *g*) und wollte mich dann fertig machen zum Godi. Und da war es...mein Handy! Es lag unschuldig und nichtsahnend (und vor allem nicht klingelnd) auf dem Wäschekorb - wie es dahin gekommen ist, weiß ich auch nicht, aber das war mir in dem Moment egal. Ich war halt froh das ich mein Handy wieder hatte und wieder erreichbar war. Irgendwann später wurde mir klar wie abängig ich von meinem Handy bin... Das geht mir mit dem Internet genauso - Foren lesen hier, E-mails schicken da (seit meine Eltern Internet haben gehen täglich mails zwischen uns hin und her) und für die Uni noch schnell bei Stud:IP anmelden (das ist so ein Internes Uni-Programm wo man Daten runterladen kann etc... Ich komm bis heute nicht damit klar) Nicht zu vergessen WoW spielen und mit Stefan übers Internet per Headset reden, was zugegeben viel billiger ist als Telefon. Auch das Internet könnte also mit auf mein T-Shirt - langsam wird es eng und ich müßte die Rückseite gleich mitbedrucken lassen... Ich hab letztens mal gehört, Geld sei nicht wichtig - klar, wenn man Geld hat ist es plötzlich auch nicht mehr wichtig, wenn man aber mit der Miete im Rückstand und der Kühlschrank leer ist und man keine Kohle zum Einkaufen hat dann wird es superwichtig und man denkt unentwegt darüber nach. Geld müsste also von Zeit zu Zeit auch mit auf mein T-Shirt... Wenn ich es mir recht überlege bin ich sogar vom Wetter abhängig - wenn es regnet mag ich gar nicht aus dem Haus gehen und komm nicht aus dem Bett, scheint die Sonne hab ich gleich morgens gute Laune und bin putzmunter. Wie weit ist meine Liste jetzt? Kaffee/Cappuchino, Handy, Internet, von Zeit zu Zeit Geld, Sonnenschein und Jesus - moment mal! Sollte Jesus nicht am Anfang der Liste stehen? Oder besser noch, überhaupt als einziger auf der Liste? Wie oft machen wir unser Glück von anderen Dingen abhängig, obwohl Jesus doch im Vordergrund stehen sollte? Ich mein, immerhin hat er sein Leben für uns geopfert, und das war sicher kein Kinderspiel... Oft genug drehen sich meine Gedanken um all meine Abhängigkeiten und ich vergess den Blick aufs Wesentliche. Aber das Schöne an Gott ist, das er uns nicht vergisst und uns mit großen oder kleinen Dingen wieder an ihn erinnert. Mörßl hat heute eine tolle Geschichte gefunden, die das ganz gut verdeutlicht. Ihr findet sie in seinem Blog. Durch diesen Text ist mir einmal mehr aufgefallen, wie Gott zu uns redet wenn wir nur ein kleines bisschen zuhören und den Blick weg von unseren Abhängigkeiten hin zu ihm wenden. Das will ich jetzt auch versuchen - jeden Tag.

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