26.07.2006
Sommerpause ;-)
„Dein Blog ist eingeschlafen“ – so stand es gestern in der SMS von Thomas auf meinem Handy. Und schon dachte ich mit fast schlechtem Gewissen daran, wie oft ich mir schon vorgenommen hatte, etwas Neues zu schreiben – vielleicht einen Eintrag über das WM-Fahnenchaos in meinem Heimatdörfchen, wo der Motorradclub eine hauswandhohe Deutschlandfahne aufgebaut hatte oder ein anderer seinen Vorgarten mit Fahnen jeder teilnehmenden Nation geschmückt hatte. (die Bilder werden demnächst mal in meiner Galerie auftauchen.) Oder vielleicht doch lieber einen Eintrag über das neueste Extra der „Bravo“ welches mir die 13-jährige Schwester meines Freundes letztens grinsend geschenkt hatte – die Bravo verteilt nämlich seit neuestem Kondome und Jennifer kann damit noch so überhaupt nichts anfangen. Fand ich schon „etwas“ seltsam von der Bravo – Aufklärung über ungewollte Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten schön und gut (Aids ist schließlich immer noch aktuell) aber für mich sah das Ganze eher nach Freibrief a la „Nun macht mal schön“ statt nach „Wenn ihr schon Sex habt dann schützt euch auch bitte“ aus. Apropos ungeschützter Sex: von Mutterfreuden hätte ich auch was zu berichten – nein, ich bin nicht gemeint :-D Aber die Wüstenrennmäuse (Axel würde jetzt „Steppenwühlhamster“ sagen, weil: die Viecher kommen nicht aus der Wüste, sondern aus der Steppe, sind auch keine Mäuse sondern gehören zur Familie der Hamster und rennen tun sie auch nicht, die buddeln lieber *g*) von meinem Schatz haben Nachwuchs bekommen. Eigentlich merkwürdig, da das Zoogeschäft ihm versichert hatte, das Mini und Juvi tatsächlich zwei Weibchen seien. Entweder, die haben sich da gründlich geirrt oder eine der beiden war schon trächtig als er sie bekommen hat… Egal, jedenfalls sind die zwei so niedlich, das ich jetzt auch welche haben möchte. :-) Was hätte ich denn sonst noch so zu berichten gehabt? Im Moment fühl ich mich grad mal wieder ein wenig zwischen den Welten – ich wurde letztens darauf aufmerksam gemacht, das gute Mädchen in den Himmel kommen, böse aber überall hin. Naja, meinte ich, seit drei Jahren will ich aber nur noch in den Himmel. Der Typ hat mir nicht geglaubt, bis Annette ihm bestätigt hat, das ich Christin sei – „extreme Christin“ und man solle mich „nicht drauf ansprechen“ - hm…soooo extrem bin ich doch gar nicht… Jesus Freak halt ;-) Ah ja, noch was Neues: ich bin umgezogen – also, nur einmal über den Flur, aber jetzt habe ich ein wunderschönes Südzimmer mit eigenem Zugang zur Terasse und kaum hab ich endlich Sonne in meinem Zimmer da verbarrikadier ich mich auch schon tagsüber – es ist sonst einfach zu heiß… Letzten Endes ist mein Blog also nicht eingeschlafen, sondern allerhöchstens in der Sommerpause ;-)
06.07.2006
Thaliona als Schutzengel
Unsre Hausaufgabe für diese Woche war echt gemein... Wir sollten jemanden beobachten und ihn möglichst genau beschreiben - gut, dachte ich, während ich so durch die Uni streunte und mir ein passendes "Opfer" aussuchte, kann ja nicht so schwer sein. Der Kandidat war schnell gefunden, ein Mann so um die 40, der den Süßigkeitenautomaten im GW2 reparierte - der konnte mir wenigstens nicht wegrennen und so konnte ich mir auch ganz gemütlich eine halbe Stunde Zeit nehmen, um ein genaues Portrait von ihm zu erstellen. Mit dieser Beschreibung ging es wieder in den Kurs und da hatte unsere Dozentin dann die geniale Idee, wir sollten zum nächsten Mal eine Geschichte schreiben, in der wir die beschriebene Figur und unsere Hauptfigur zusammenbringen. O_o *panik* Auf Ventana gibt es keine Süßigkeitenautomaten und soweit ich bisher weiß auch keine Mechaniker... Was nun? Ich hätte aus dem Mechanilker einen grummelnden Handwerkerzwerg und aus Thaliona eine hochmütige Elfe machen können, aber - Elfen sind so mainstream im Moment und so entschoß ich mich zu etwas anderem. Da mich Engel im Moment total faszinieren machte ich aus Thali kurzerhand einen Schutzengel und aus dem Mechaniker dessen Schützling. Enjoy ;-)
Da bist du ja wieder. Hab dich lange nicht gesehen… Bist du gekommen, um mich abzuholen? Lass mir noch ein wenig Zeit, nur ein bisschen, ich bin noch nicht fertig mit Erinnern… Weißt du noch, damals, als ich auf den Baum kletterte und nicht mehr runter konnte? Niemand glaubte mir, als ich erzählte, ein Engel habe mich gerettet. Sie taten es als Plapperei eines Fünfjährigen ab und bestimmten, ich sei allein vom Baum geklettert. Aber ich wusste es besser – plötzlich warst du da, groß, schlank, stark. Die Sonne schien von hinten auf deine Flügel und umgab dich mit einem goldenen Strahlenkranz. Du nahmst mich in deine Arme und wir schwebten zu Boden. Von da an sah ich dich jeden Tag. Wenn ich mich allein fühlte, konnte ich mir sicher sein, das du da warst und mit deinen sanften Augen lächelnd auf mich herabsahst. Wenn ich von der Schaukel fiel, hast du mich aufgefangen damit ich mir nicht wehtat. Später hast du mich beschützt, als ich auf dem Schulhof herumgeschubst wurde. Aber mit der Zeit sah ich dich seltener. Als Jugendlicher hatte ich andere Dinge im Kopf - Mädchen und Feiern waren mir wichtiger als auf dich zu achten. Trotzdem warst du da und hast weiter nach mir gesehen. Ich weiß noch, eines Nachts nach einem Diskobesuch war ich auf dem Weg nach Hause, als ich überfallen wurde. Plötzlich stand da dieser Kerl und richtete eine Waffe auf mich. Ich dachte schon, ich müsste sterben – aber du warst da. Du stelltest dich genau zwischen uns, vor die Mündung der Pistole, deine starken weißen Flügel schirmten mich ab. Staunend sah ich, dass der Räuber seine Waffe fallen ließ und unverrichteter Dinge abzog. Ich war dir so dankbar! Ich konnte mich auf dich verlassen – und trotzdem achtete ich nicht auf dich. Immer waren andere Dinge wichtiger als du – erst die Ausbildung zum Mechaniker, dann meine Ehe mit Laura. Der Job war stressig, und wenn ich nach Hause kam, warteten Frau und Kind auf mich. Engel wurden zu Kindergeschichten und langsam vergaß ich dich immer mehr. Kurz dachte ich an dich, wenn Sarah ein Bild aus dem Kindergarten mit nach Hause brachte, auf dem sie einen Engel gemalt hatte. Oder wenn sie erklärte, ihr neuer Freund habe große weiße Flügel und einen Bogen und er würde sie beschützen. Natürlich haben wir diesen Begleiter nie gesehen, aber das beunruhigte uns nicht. Im Alter von vier Jahren ist es schließlich nicht ungewöhnlich, wenn Kinder sich unsichtbare Freunde suchen. Sie hatte ihm sogar einen Namen gegeben – Sinela. Wenn sie von ihm sprach blitzte manchmal dein Bild in meinen Gedanken auf. Flüchtige Erinnerungen an dich wurden wach – zärtliche Arme, die mich sanft festhielten, meine kleine Hand von deinen schlanken Fingern umschlossen, deine strahlenden Augen, die liebevoll auf mich gerichtet waren. Auch du hattest einen Bogen und hast mich beschützt, und überhaupt war Sarahs Beschreibung von Sinela deiner Gestalt sehr ähnlich. Aber ich redete mir ein, dass das nicht sein könnte - es gab keine Engel und als Erwachsener durfte ich mich nicht in solchen Kindergeschichten verlieren. Gut, das Sarah in dem Punkt anders war. Als sie erwachsen wurde und selbst eine Familie gründete erzählte sie ihren Kindern mit leuchtenden Augen von Sinela, ihrem Schutzengel. Es kümmerte sie nicht, was ihr Mann oder die Lehrer der Kinder davon hielten. Es erstaunte mich, dass sie so unbekümmert war und nachts, wenn ich nicht schlafen konnte, grübelte ich darüber nach. Dann wurde ich krank – ein Schlaganfall fesselte mich an mein Bett. Ich erholte mich zwar wieder, aber mit der Zeit holte das Alter mich ein. Immer öfter blieb ich lieber im Haus statt mit meinen Enkeln zu spielen. Meine Augen wurden immer schwächer, bis ich fast nichts mehr sah. Meine Ohren hörten nicht mehr so gut und meine Stimme wurde immer leiser, wenn ich etwas erzählte. Schließlich musste Laura sich sehr anstrengen, um mein Flüstern zu verstehen. Es ist gut, das du jetzt da bist um mich zu holen – ich bin alt und müde geworden. Ich bin bereit zu gehen und freue mich darauf, noch einmal mit dir fliegen. Ich…
Der Kopf des kleinen Greises sackte zur Seite, seine Augen schlossen sich, und ein friedliches Lächeln umspielte seine Lippen. Sanft umfing Thaliona seine Seele und zusammen verschwanden sie in einem kleinen silbernen Nichts.
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03.07.2006
ein Wochenende im Freaks-Hotel
jetzt ist es ziemlich genau eine Woche her, das ich zusammen mit Conny, Lilly und Mörßl in Geithain zu nem Prophetenseminar war - aja, guggt nur skeptisch, das tat mein Schatz auch als er davon erfuhr :-P Mittlerweile hatte ich ein wenig Zeit, um meine Gedanken zu ordnen und das ganze etwas sacken zu lassen - das war auch bitter nötig, denn dieses Wochenende war seeeeeeeeeeeehhhhhr intensiv... Ich hab viel Neues gehört, viel gelernt, viel gesungen und viele total liebe Leute kennengelernt - und nicht zuletzt viiiieeeel Zeit mit Gott verbracht und mich einfach von ihm liebhaben lassen. Es war schon toll, das auch dort ein paar Freaks ganz in schwarz rumrannten - ich bin also doch nicht die einzige mit Hang zum Schwarzen *g* Die Anbetungszeiten waren total schön - jeder gab sich Gott ganz so hin, wie er es grade wollte, stehend, sitzend oder lang auf dem Boden ausgestreckt - Kuky fragte irgendwann, warum wir uns denn alle auf dem Boden hinter den Stühlen verstecken würden ;-) Na ja, das geht ja sonst nicht, zumindest bei uns in der Offen:bar ist dafür zu wenig Platz... Die Teachings waren super, ich hab gemerkt, das andere leute dieselben Probleme haben wie ich und das sie ganz unterschiedliche Lösungsansätze dafür haben - das Fürbittesystem von Kuky ("Beten in Kreisen") fand ich total inspirierend und ich werd versuchen, das auch mal für mich anzuwenden. Alles in allem war es total schön (Fotos folgen hoffentlich bald) und ich möchte beim nächsten mal auf jeden fall wieder mitfahren!!!
16:12 Veröffentlicht in Unterwegs mit Gott | Permalink | Kommentarstatus (1) | Per Email verschicken



